Was kostet eine Kernbohrung? Preisfaktoren und Berechnungsbeispiele
Kurz beantwortet
Der Preis einer Kernbohrung ergibt sich meist aus Bohrtiefe und Durchmesser, dazu kommen Zuschläge für Stahlbeton, schwierigen Zugang oder Wasserfang sowie Anfahrt und Einrichtung. Einen verlässlichen Betrag liefert nur ein Angebot für Ihr konkretes Bauteil. Mit der Formel Bohrzentimeter mal Preis je Zentimeter plus Zuschläge plus Anfahrt können Sie Angebote nachrechnen und vergleichen.
Redaktion BauSonarAktualisiert am 31. Oktober 2026Quellen und Methodik
Wie Kernbohrungen abgerechnet werden
Eine Kernbohrung ist eine Bohrung mit einer hohlen, zylindrischen Bohrkrone, deren Schneide meist mit Diamantsegmenten besetzt ist. Dabei entsteht ein zylindrischer Bohrkern. Bei einer Durchgangsbohrung erhalten Sie auf beiden Seiten ein sauberes Loch, bei einer Sackbohrung bleibt der Rest des Kerns im Bauteil stecken. So beschreibt es das Baulexikon von Bauprofessor. Für die Kosten ist entscheidend, wie der Betrieb diese Leistung in Positionen zerlegt. In Angeboten begegnen Ihnen vor allem vier Modelle, oft auch kombiniert.
Abrechnung nach Bohrzentimeter. Der Betrieb nennt einen Preis je Zentimeter Bohrtiefe. Gemeint ist die Dicke des Bauteils, durch das gebohrt wird. Der Zentimeterpreis ist in der Regel nach Durchmesser gestaffelt: Eine größere Bohrkrone hat mehr Schnittfläche, verschleißt schneller und braucht mehr Maschinenleistung.
Stückpreis je Bohrung. Für eine definierte Kombination aus Durchmesser, Tiefe und Material gibt es einen Festpreis pro Loch. Das Baulexikon von Bauprofessor führt Kernbohrungen beispielsweise mit der Abrechnungseinheit „Stück“.
Pauschale. Bei überschaubaren Aufträgen, etwa einer einzelnen Bohrung für eine Dunstabzugshaube, wird oft ein Gesamtpreis inklusive Anfahrt angeboten.
Anfahrt, Einrichtung, Mindestauftrag. Unabhängig vom Modell fallen Kosten für An- und Abfahrt sowie für das Einrichten der Maschine an: Ständer befestigen, Wasser anschließen, Abdeckung auslegen. Viele Betriebe setzen außerdem einen Mindestauftragswert an. Gerade bei einer einzelnen kleinen Bohrung macht dieser Sockelbetrag oft den größeren Teil der Rechnung aus.
Ein veröffentlichtes Beispiel: Bauprofessor nennt für eine Betonkernbohrung mit 50 bis 100 mm Durchmesser und 17,5 bis 20 cm Tiefe (Stand Oktober 2026, Region Landkreis Wesel) netto rund 31 bis 34 Euro je Stück, einschließlich Baustellengemeinkosten, bei einem Zeitansatz von etwa 0,42 Stunden. Das ist ein Kalkulationswert dieser Quelle für eine bestimmte Region und Bauteilgeometrie. Er ersetzt kein Angebot und enthält erkennbar keine gesonderte Anfahrt für einen Einzelauftrag.
Preisfaktoren im Überblick
Die folgenden Faktoren bestimmen, wo Ihr Angebot innerhalb der Spanne eines Betriebs liegt. Konkrete Prozentsätze sind betriebsabhängig und hier bewusst nicht angegeben.
| Faktor | Wirkung auf den Preis | Typische Position im Angebot |
|---|---|---|
| Durchmesser | Größere Bohrkrone = höherer Preis je cm | Preisstaffel je Durchmesser |
| Bohrtiefe (Bauteildicke) | Linear über die Bohrzentimeter | Menge in cm |
| Material | Mauerwerk meist günstiger als Beton, Stahlbeton am aufwendigsten | Zuschlag „Bewehrung“ oder eigene Staffel |
| Zugang, Überkopf, Höhe | Mehr Rüstzeit, Gerüst oder Spezialzubehör | Zuschlag oder Stundenlohn |
| Nass- oder Trockenbohrung | Nassbohren braucht Wasserzufuhr und Wasserfang | Teils im cm-Preis, teils separat |
| Wasser- und Schlammabsaugung | Zusätzliche Geräte und Zeit | Pauschale je Bohrung |
| Staubschutz, Abdeckung | Material und Zeit, besonders in bewohnten Räumen | Pauschale |
| Ständerbefestigung | Dübeln, Vakuumplatte oder Spannsäule | Meist in Einrichtung enthalten |
| Entsorgung Bohrkern | Bauschutt muss abtransportiert werden | Pauschale oder „bauseits“ |
| Statik, Bewehrungsortung | Fremdleistung, nicht Teil der Bohrung | Separat oder bauseits |
Durchmesser und Bohrtiefe
Diese beiden Größen bilden die Grundlage jeder Kalkulation. Die Bohrtiefe entspricht der Wand- oder Deckendicke, einschließlich Putz, Dämmung und Verkleidung. Messen Sie deshalb das tatsächliche Bauteil und nicht nur das Rohbaumaß aus dem Plan. Wie breit die Spanne der Durchmesser ist, zeigt die Auswahlhilfe von Hilti: Sie reicht von kleinen Bohrkronen ab 8 mm für Dübellöcher und Durchführungen bis zu ständergeführten Bohrkronen mit bis zu 600 mm Durchmesser für armierten Beton. Mit dem Durchmesser steigen Gerätegröße und Rüstaufwand.
Material: Mauerwerk, Beton, Stahlbeton
In Mauerwerk lässt sich oft handgeführt und trocken bohren. Hilti ordnet seine Mauerwerksbohrkronen im Bereich von 52 bis 162 mm dem handgeführten Trockenbohren zu. Für armierten Beton nennt die Auswahlhilfe dagegen durchweg Nassbohren: handgeführt bis etwa 161 mm, darüber ausschließlich ständergeführt mit Bohrkronen bis 600 mm. Für Sie heißt das: Stahlbeton bedeutet in der Regel mehr Gerät, mehr Einrichtung und mehr Verschleiß an der Bohrkrone. Diese Mehrkosten erscheinen als eigene Preisstaffel oder als Zuschlag. Fragen Sie deshalb, ob der genannte Zentimeterpreis für bewehrten oder unbewehrten Beton gilt.
Zugang, Überkopf und Höhe
Eine Bohrung in Brusthöhe in einer frei zugänglichen Wand ist der einfachste Fall. Deckenbohrungen, Bohrungen in Ecken, an Bauteilkanten oder in großer Höhe erfordern zusätzliches Zubehör und mehr Zeit. Hilti führt beispielsweise eine eigene Wasserzuführung für Überkopfbohrungen sowie Wasserfangsysteme speziell für Decken- und Wandkanten und für Ecken. Ist ein Gerüst oder eine Hebebühne nötig, wird das meist gesondert berechnet.
Nassbohrung, Wasserfang und Staubschutz
Beim Nassbohren kühlt Wasser die Bohrkrone und spült das Bohrmehl aus dem Bohrloch. Das beschreibt auch Bauprofessor. Das Wasser muss aber wieder aufgefangen werden. Hersteller bieten dafür Wasserfangringe, Wasserfangsysteme bis zu bestimmten Durchmessern und mobile Wassermanagement-Systeme an, die den Bohrschlamm sammeln. In bewohnten Räumen kosten Abdecken, Wasser auffangen und Schlamm absaugen Zeit und damit Geld.
Beim Trockenbohren entsteht dagegen Staub, bei Beton auch Quarzstaub. Das Deutsche Handwerksblatt ordnet Silikat, etwa aus Beton, den Staubklassen M und H zu, für die Sauger einen Filtrationsgrad von über 99 Prozent (M) beziehungsweise über 99,995 Prozent (H) erreichen müssen. Ein geeigneter Baustellenstaubsauger gehört deshalb zum Trockenbohren dazu, ob Sie selbst bohren oder einen Betrieb beauftragen.
Ständerbefestigung
Ständergeführte Kernbohrgeräte werden am Bauteil verankert, meist mit einem Dübel, alternativ mit Vakuumplatte oder Spannsäule. Bei Stahlbeton ist auch diese Befestigungsbohrung kritisch: Laut IKZ-Praxis dürfen die Bohrungen für die Montage des Kernbohrers die Bewehrung niemals beschädigen. Das Setzen des Dübels ist in der Regel Teil der Einrichtung, sollte aber im Angebot erkennbar sein.
Entsorgung des Bohrkerns
Jede Durchgangsbohrung produziert einen Bohrkern. Bei wenigen kleinen Bohrungen ist das wenig Material. Bei vielen oder großen Bohrungen kommt eine nennenswerte Menge Bauschutt zusammen. Klären Sie, ob der Betrieb ihn mitnimmt oder ob die Entsorgung „bauseits“, also Ihre Aufgabe, ist.
Statik und Freigabe
Die Abstimmung mit einem Tragwerksplaner und gegebenenfalls eine Bewehrungsortung gehören nicht zur Bohrleistung, sondern sind eigene Leistungen mit eigenen Kosten. Sie tauchen im Angebot des Bohrbetriebs oft gar nicht auf. Mehr dazu im Abschnitt zum Statiker unten.
Typische Anwendungen und was sich am Preis ändert
Dunstabzugshaube (Abluft). Die Bohrung führt meist durch eine Außenwand. Diese ist oft dicker als Innenwände und gedämmt, was die Bohrzentimeter erhöht. Der Durchmesser richtet sich nach dem Abluftrohr der Haube. Nach dem Bohren kommt das Einsetzen und Abdichten des Mauerkastens hinzu, das nicht jeder Bohrbetrieb übernimmt.
Klimaanlage (Split-Gerät). Für Kältemittelleitungen, Kondensatablauf und Steuerkabel reicht häufig ein kleiner Durchmesser. Der Zentimeterpreis ist hier niedrig, der Auftrag bleibt aber klein, sodass Anfahrt und Mindestauftrag den Preis dominieren. Viele Klimatechniker bringen das Bohren gleich mit, fragen Sie danach.
Abwasser und Sanitär. Durchführungen für Abwasserleitungen gehen oft durch Geschossdecken, häufig Stahlbeton. Damit kommen Überkopf- oder Bodenbohrung, Nassbohrung mit Wasserfang und die Frage nach der Statik zusammen. Hier liegen die Kosten typischerweise höher als bei einer Wandbohrung gleicher Größe.
Lüftung. Lüftungskanäle brauchen größere Durchmesser, bei mehreren Bohrungen summieren sich die Bohrzentimeter schnell. Bei sehr großen oder eckigen Öffnungen kann Betonschneiden oder Wandsägen die passendere Methode sein, etwa als Reihe von Perforationsbohrungen oder als Sägeschnitt.
Berechnungsbeispiele
Die folgenden Beispiele zeigen, wie Sie ein Angebot nachrechnen. Alle Preise darin sind frei angenommene Rechenwerte, keine Marktpreise. Sie dienen nur dazu, die Rechenlogik sichtbar zu machen. Ersetzen Sie sie durch die Werte aus Ihrem Angebot. Alle Beträge sind netto zu verstehen, also zuzüglich Umsatzsteuer.
Die Formel lautet:
Bohrzentimeter × Preis je cm + Zuschläge + Anfahrt/Einrichtung = Gesamtpreis
Der Kernbohrung-Kostenrechner verwendet dieselbe Struktur. Sie können die Werte aus Ihrem Angebot dort direkt eintragen.
Beispielrechnung 1: Dunstabzug durch Mauerwerk
Annahmen: Außenwand aus Mauerwerk, 37 cm dick inklusive Putz, Durchmesser 150 mm, trocken gebohrt, frei zugänglich.
- Bohrzentimeter: 37 cm × angenommen 2,00 € je cm = 74,00 €
- Zuschläge: keine
- Anfahrt/Einrichtung: angenommen 50,00 €
- Gesamt (angenommen): 124,00 € netto
Beispielrechnung 2: Klimaanlage durch Stahlbetonwand, mit Mindestauftrag
Annahmen: Stahlbetonwand 25 cm, Durchmesser 62 mm, Zuschlag für Bewehrung angenommen 30 Prozent auf den Bohrpreis, Mindestauftragswert angenommen 150,00 €.
- Bohrzentimeter: 25 cm × angenommen 1,50 € je cm = 37,50 €
- Zuschlag Bewehrung: 30 % von 37,50 € = 11,25 €
- Anfahrt/Einrichtung: angenommen 50,00 €
- Zwischensumme: 98,75 €
- Abgerechnet wird der angenommene Mindestauftrag: 150,00 € netto
Bei kleinen Bohrungen lohnt sich ein Blick auf den Mindestauftrag. Wenn Sie ohnehin mehrere Durchführungen planen, sollten Sie sie in einem Termin bündeln.
Beispielrechnung 3: Abwasser durch Stahlbetondecke
Annahmen: Stahlbetondecke 20 cm, Durchmesser 125 mm, nass gebohrt von unten, Zuschlag Bewehrung angenommen 30 Prozent, Pauschale Wasserfang und Schlammabsaugung angenommen 25,00 €.
- Bohrzentimeter: 20 cm × angenommen 3,00 € je cm = 60,00 €
- Zuschlag Bewehrung: 30 % von 60,00 € = 18,00 €
- Zuschlag Wasserfang/Absaugung: angenommen 25,00 €
- Anfahrt/Einrichtung: angenommen 50,00 €
- Gesamt (angenommen): 153,00 € netto
Nicht enthalten sind hier die Abstimmung mit einem Tragwerksplaner, eine eventuelle Bewehrungsortung sowie das spätere Verschließen des Ringspalts um das Rohr. Diese Leistungen kommen gegebenenfalls hinzu.
Angebote richtig vergleichen
Zwei Angebote mit unterschiedlichem Zentimeterpreis lassen sich nur vergleichen, wenn dieselben Leistungen enthalten sind. Achten Sie darauf, dass folgende Positionen einzeln ausgewiesen oder ausdrücklich als enthalten bezeichnet werden:
- Anzahl der Bohrungen, Durchmesser und Bohrtiefe je Bohrung
- Material, für das der Preis gilt (Mauerwerk, Beton, Stahlbeton)
- Preis je cm oder Stückpreis, mit Angabe der Durchmesserstaffel
- Zuschläge für Bewehrung, Überkopf, Höhe oder erschwerten Zugang
- Anfahrt, Einrichtung und Mindestauftragswert
- Nass- oder Trockenbohrung, Wasserfang und Schlammabsaugung
- Abdeckung und Staubschutz
- Entsorgung des Bohrkerns
- Wer Bewehrungsortung und statische Abstimmung übernimmt
- Ob Nacharbeiten (Mauerkasten setzen, Ringspalt abdichten) dabei sind
Ein niedriger Zentimeterpreis kann durch hohe Pauschalen ausgeglichen werden und umgekehrt. Rechnen Sie jedes Angebot mit der Formel oben auf einen Gesamtbetrag hoch. Über die Anfrage für eine Kernbohrung können Sie mehrere Fachbetriebe mit denselben Angaben anfragen.
Selbst bohren oder Fachbetrieb beauftragen?
Für einzelne Bohrungen in Mauerwerk kann es sinnvoll sein, ein Kernbohrgerät zu mieten. Kalkulieren Sie dabei realistisch: Zur Gerätemiete kommen die passende Diamantbohrkrone, gegebenenfalls Ständer und Befestigungsmaterial, ein Sauger der passenden Staubklasse oder ein Wasserfang sowie Ihre eigene Arbeitszeit. Bei größeren Durchmessern sind Maschinen ständergeführt und schwer. Die Auswahlhilfe von Hilti nennt für die größeren ständergeführten Geräte Gewichte von bis zu 37 kg.
Die eigentlichen Risiken liegen woanders:
- Bewehrung: In Stahlbeton kann eine Bohrung tragende Bewehrung durchtrennen. Ob und wo das zulässig ist, kann nur ein Tragwerksplaner beurteilen.
- Leitungen: In Wänden und Decken können Strom-, Wasser- oder Heizungsleitungen verlaufen. Eine getroffene Leitung kostet schnell ein Vielfaches der Bohrung.
- Statik: Bei tragenden Wänden, Decken und Unterzügen hängt an der Bohrung die Tragfähigkeit des Bauteils.
Bohrungen in tragenden Stahlbetonbauteilen gehören deshalb in die Hand eines Fachbetriebs, nach Abstimmung mit einem Tragwerksplaner. Eine Anleitung dafür geben wir bewusst nicht. Wenn Sie ein Gerät kaufen möchten, finden Sie einen Überblick unter Kernbohrmaschinen.
Wann ein Statiker nötig ist
Eine pauschale Grenze, ab welchem Durchmesser oder in welchem Bauteil ein Statiker eingeschaltet werden muss, nennen wir hier nicht. Das hängt vom Bauteil, seiner Bewehrung und der Lage der Bohrung ab. Als Orientierung gilt:
- Nichttragende Innenwände: In der Regel ohne statische Prüfung möglich.
- Tragende Wände, Stahlbetondecken, Unterzüge, Stützen: Die Lage der Bohrung sollte vorab mit einem Tragwerksplaner abgestimmt werden. Die Fachzeitschrift IKZ schreibt zu nachträglichen Bohrungen in Stahlbeton-Unterzügen, dass in der Regel vorher ein Statiker gefragt werden muss, wo die Kernbohrung gesetzt werden kann. Die untere Zugbewehrung eines Unterzugs darf dabei auf keinen Fall durchtrennt werden.
- Mehrere Bohrungen nah beieinander oder große Durchmesser: Hier steigt das Risiko für das Bauteil, eine Abstimmung ist ratsam.
Wenn Bestandspläne mit Bewehrungsangaben vorliegen, geben Sie diese dem Tragwerksplaner und dem Bohrbetrieb. Das spart Zeit und mitunter eine aufwendige Ortung. In Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnungen betreffen Bohrungen durch Decken oder Außenwände oft auch das Gemeinschaftseigentum. Klären Sie das mit Verwaltung oder Vermieter, bevor Sie einen Auftrag erteilen.
Häufige Fehler
- Nur den Zentimeterpreis vergleichen: Anfahrt, Mindestauftrag und Zuschläge entscheiden oft mehr über den Endpreis.
- Falsche Bauteildicke angeben: Putz, Dämmung und Vorsatzschalen werden vergessen, die Bohrzentimeter stimmen dann nicht.
- Material nicht nennen: Wer „Beton“ angibt und Stahlbeton meint, erlebt eine Nachtragsrechnung.
- Bohrungen einzeln beauftragen: Mehrere Termine bedeuten mehrfach Anfahrt und Einrichtung.
- Statik zu spät klären: Steht der Bohrbetrieb schon vor Ort, verursacht eine fehlende Freigabe Wartezeit oder einen zweiten Termin.
- Wasser und Staub unterschätzen: In bewohnten Räumen ohne Abdeckung und Wasserfang entstehen Folgeschäden und Reinigungsaufwand.
- Nacharbeiten vergessen: Mauerkasten, Abdichtung und Ringspaltverschluss sind oft nicht Teil des Bohrangebots.
Weiterführend
Fachbetriebe für die Ausführung, Hinweise zum Ablauf und zu den Leistungsumfängen finden Sie auf unserer Seite zur Kernbohrung als Fachleistung. Für große rechteckige Öffnungen in Wänden, etwa für Türen oder Lüftungskanäle, lohnt ein Blick auf das Wandsägen in Beton und Mauerwerk.
Häufige Fragen
Wie wird eine Kernbohrung üblicherweise abgerechnet?
Viele Betriebe rechnen nach Bohrzentimetern ab, also nach der Tiefe der Bohrung, wobei der Preis je Zentimeter mit dem Durchmesser steigt. Andere nennen einen Stückpreis je Bohrung oder eine Pauschale. Hinzu kommen fast immer Anfahrt und Einrichtung, teils auch ein Mindestauftragswert.
Warum ist eine Kernbohrung in Stahlbeton teurer als in Mauerwerk?
Bewehrungsstahl verschleißt die Diamantbohrkrone stärker und verlangsamt den Bohrfortschritt. Bei größeren Durchmessern in armiertem Beton wird in der Regel ständergeführt und nass gebohrt, was mehr Rüstzeit und Wassermanagement bedeutet. Außerdem kann vorab eine Bewehrungsortung oder statische Abstimmung nötig sein.
Brauche ich für eine Kernbohrung einen Statiker?
Bei tragenden Bauteilen wie Stahlbetondecken, Unterzügen oder tragenden Wänden sollte die Lage der Bohrung vorher mit einem Tragwerksplaner abgestimmt werden. Eine Fachzeitschrift für die Haustechnik hält fest, dass bei nachträglichen Bohrungen in Stahlbeton in der Regel vorher ein Statiker gefragt werden muss. Bei nichttragenden Innenwänden ist das meist nicht erforderlich, im Zweifel klären Sie es vorab.
Ist Nassbohren teurer als Trockenbohren?
Nassbohren erfordert Wasserzufuhr, Wasserfang und das Absaugen des Bohrschlamms, was Material und Zeit kostet. Ob das als eigener Posten erscheint oder im Zentimeterpreis steckt, ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Fragen Sie deshalb nach, welche Leistungen enthalten sind.
Lohnt es sich, ein Kernbohrgerät selbst zu mieten?
Bei einzelnen Bohrungen in Mauerwerk kann das eine Option sein, wenn Sie Erfahrung mit dem Gerät haben und die passende Bohrkrone sowie einen Sauger einplanen. Bei Stahlbeton, tragenden Bauteilen oder unklarer Leitungsführung ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl. Rechnen Sie bei der Miete auch Bohrkrone, Ständer, Befestigung und Ihre eigene Zeit mit ein.
Was passiert mit dem Bohrkern?
Bei Durchgangsbohrungen fällt ein zylindrischer Bohrkern an, der als Bauschutt entsorgt werden muss. Manche Betriebe nehmen ihn mit, andere lassen ihn vor Ort oder berechnen die Entsorgung separat. Klären Sie das im Angebot.
Quellen
- Kernbohrung – Baulexikon mit Preisbeispiel – Bauprofessor, abgerufen am 31. Oktober 2026
- Auswahlhilfe für Diamantkernbohrgeräte und Zubehör für Wassermanagement (Stand 23-06) – Hilti, abgerufen am 31. Oktober 2026
- Bohrungen in Stahlbeton-Unterzügen: Kopflos oder mit Köpfchen? (IKZ-Praxis 11/2019) – IKZ, abgerufen am 31. Oktober 2026
- Staub da absaugen, wo er entsteht – Deutsches Handwerksblatt, abgerufen am 31. Oktober 2026